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Eine neue Idee nimmt Gestalt an

Pulsa

Seit kurzem gibt es wieder ein ganz neues Modell aus der Seelenfreund-schmiede.

Den Gedanken verdanke ich einem Kunden, der ein ganz besonderes Armband haben wollte - und der mir zum Glück genug Zeit gelassen hat, um die Schwierigkeiten der Materialkombination zu kompensieren und dem Anspruch an ein gelungenes Design gerecht zu werden.

 

Schwierigkeiten in der Kombination der Materialien?

Oh ja, die gab es hier in der Tat.

 

Zum einen kann man Leder nicht mit Edelmetall verbinden, so wie es mit den Metallen untereinander geht, in der Regel läuft es dann darauf hinaus, dass man Kappen anfertigt und das Leder mit einem Spezialkleber befestigt.

Ok, das ist jetzt nicht weiter schlimm, es funktioniert ja bei anderen Arbeiten auch,.... ABER...


ABER...

Man sammelt ja so im Lauf der Zeit die eine oder andere Erfahrung ( das sollte im Idealfall jedenfalls so sein ... ) und eine davon war folgende:

Anscheinend ist in den Gerbstoffen des Leders ein nicht geringer Anteil an schwefelhaltigen Stoffen. 

Und genau diese Verbindungen sind für einen Effekt verantwortlich, dann der Schmuckträger so gar nicht abhaben kann - das Silber oxidiert,d.H. es bekommt einen schwarzen Film. 

Das ist jetzt an und für sich kein großes Problem, denn ein Silbertauchbad löst das Problem sehr schnell ... aber das geht nicht mit einem Lederband...jedenfalls nicht, wenn man am Ende keine üblen Gerüche an seinem Schmuck haben möchte ... 



Abgesehen davon mache ich auch keinen Billigschmuck! Bei einem günstigen Modeschmuck mag es nicht weiter schlimm sein, wenn das Teil nach 1/2 Jahr nicht mehr schön aussieht, rissig wird und zerbricht - und dann ist es auch nicht weiter schlimm, wenn die Verbindung nur aus miteinander verklebten Elementen besteht.

Bei einem hochwertigen Schmuckstück ist es allerdings schon sehr wichtig, dass der Kunde auch über einen sehr langen Zeitraum freue daran hat, und wenn Teile in dem Konzept enthalten sind, die sich mit der Zeit abnutzen, dann sollten diese auch ohne größeren Aufwand ausgetauscht werden können - und zwar möglichst so, dass der Kunde diesen Vorgang selber vornehmen kann.


Problem Nummer 2!

Leder ist ein organisches Material und braucht Pflege, damit man auch langfristig Freude daran hat.

Zum Glück kenne ich ein paar gute Bezugsquellen für gutes Material, aber auch das muss dann regelmäßig gereinigt werden ...

Und zwar ganz anders, als Silber ... 



Gut Ding braucht Weile!

Zu einer meiner guten Eigenschaften gehört eine sehr rege Phantasie, und wenn man mir genug Zeit zum Nachdenken lässt, dann kommt irgendwann doch etwas ganz Brauchbares heraus, und so war es auch nur eine Frage der Zeit, bis wage Gedanken sich zu einer konkreten Idee entwickelten und voila, da war sie!


Zwei Teile ergeben ein Ganzes

Die Lösung war ein stabiles Mittelteil, durch das ein Lederband durchgeführt wurde, das im Stil wie ein Gürtel ist.

 

Durch diese Kombination und die Form des Mittelteils entsteht ein Armband, das einen stimmigen Gesamteindruck hinterlässt, sich aber trotzdem sehr einfach in seine zwei Hauptbestandteile teilen lässt und damit eine getrennte Pflege beider Einheiten zu ermöglichen.

 

Das Mittelteil kann einfach von einer eventuellen Oxidschicht befreit werden und auch sonstige Verunreinigungen können mit heißem Wasser und Reinigungsmittel problemlos entfernt werden.

 


Und auch das Leder kann zwischendurch gründlich mit Sattelseife gereinigt werden und anschließend mit einem Balsam aus Bienenwachs gepflegt werden. Hochwertiges Leder, das regelmäßig gepflegt wird, lässt sich gut an und liegt angenehm auf der Haut - und ist viel langlebiger. Das trifft auf Hundeleinen und Sattel- und Zaum genauso zu, wie auf Lederarmbänder, die man ums Handgelenk trägt.


Der Funke springt über

Neben einer regen Phantasie habe ich noch eine zweite Eigenschaft - Begeisterungsfähigkeit!

Wenn ich an einer Sache arbeite, und diese dann immer mehr  Gestalt annimmt, tun sich oft ganz schnell neue Möglichkeiten auf - und das bringt dann meine Augen so richtig zum Leuchten und ich habe noch mehr Freude an meiner Arbeit, als ich es sowieso schon habe. 

 

Da fällt es mir dann in der Tat sehr schwer, abends die Werkzeuge aus der Hand zu legen, am liebsten würde ich ohne Unterbrechung weiter daran arbeiten.



Hier hatte ich nun ein Armband, dass auf ein schlüssiges Konzept aufbaut und durch das schlichte Mittelteil eine große Gestaltungsmöglichkeit bietet und so kam bei mir ganz schnell der Gedanke auf, dieses Stück nicht als reine Einzelanfertigung zu machen, sondern als neues Modell in mein Sortiment aufzunehmen.

 

Der Kunde hat dann sogar die Möglichkeit, im Lauf der Zeit Lederbänder in anderen Farben zu ordern und diese dann auszutauschen. Denn das leichte Zerlegen in die zwei Elemente dient nicht  nur der Reinigung, sondern bietet auch die Möglichkeit der Erweiterung.

Bisher habe ich zwar nur zwei verschiedene Brauntöne im Sortiment, aber dabei wird es mit Sicherheit nicht bleiben.


Ich bin schon ganz gespannt, was sich aus diesem Ansatz im Lauf der Zeit noch entwickeln wird, denn durch die Ideen meiner Kunden wird jeder neue Auftrag ein weiteres Abenteuer...

Und zum Schluss noch eine kleine Anmerkung am Rande:

Die Bilder hier zeigen die Arbeit an dem Armband mit Tara und Imogen, das Mittelteil an sich wird aber für jeden Auftrag neu gestaltet, denn jeder Auftrag beginnt mit einem schlichten Stück Silber, das ich beliebig mit eurem Seelenfreund schmücken kann.



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